Ortsgeschichte

Die Gemeinde Inning a. Ammersee besteht in ihrer heutigen Form mit den Ortsteilen Arzla, Bachern, Buch, Schlagenhofen und Stegen seit dem 1. Januar 1975. Die vormals eigenständigen Gemeinden Buch und Inning haben sich seinerzeit im Rahmen der Kommunalgebietsreform freiwillig zusammengeschlossen. Inning ist heute eine Zwei-Seen-Gemeinde, liegt sie doch an Ammersee und Wörthsee gleichermaßen.

Historische Ortsansicht

Die Geschichte dieser Orte geht weit zurück, nachweisbar bis ca. 2000 Jahre vor unserer Zeitrechnung. 1965 wurde im Ortsteil Schlagenhofen ein aus der Jungssteinzeit stammendes durchbohrtes Steinbeil gefunden. Es wird in der Prähistorischen Staatssammlung in München aufbewahrt. Über 40 Hügelgräber in zwei Gruppen im Wald oberhalb von Stegen und im "Osterholz" sowie zahlreiche Kleinfunde an verschiedenen Plätzen belegen Siedlungskontinuität. Auch die Römer haben, wie man seit dem Bau der A 96 weiß, bei Stegen schon eine Brücke über die Amper geschlagen. Die erste urkundliche Erwähnung des Ortes als "Uninga" stammt aus einer zwischen 912 und 932 ausgestellten Eichstätter Bischofsurkunde. Der Ortsname bedeutet etwa " bei den Leuten des Uno", ein klarer Hinweis auf Besiedelung etwa im sechsten Jahrhundert n. Chr.

Aus der Merowingerzeit stammen zwei 1924 und 1988 aufgefundene Gräber. Das erste war die Grablege eines mit Schwert und Schild als Grabbeigaben ausgestatteten Mannes. Auch in Buch wurde eine aus dieser Zeit stammende Grablege freigemacht.

Im Mittelalter saßen auf einer Anhöhe bei Inning zwischenzeitlich auch Ministerialen (also Dienstleute) verschiedener Adelsfamilien.

Häufige Besitzerwechsel charakterisieren die weitere Geschichte des Ortes. Nach den Andechsern gehörte der Ort im 13. Jahrhundert mehrheitlich den Haltenbergern, später dann den Greifenbergern. Um 1500 kam dann Inning in den Besitz des reichen Patriziergeschlechts der Püttriche bzw. anderer Münchner Handelsfamilien, bevor es - beginnend 1437 - nach und nach in das Eigentum der Seefelder Grafen von Toerring überging.

Für alle heutigen Ortsteile mit Ausnahme von Stegen (von 1598 bis 1803 zu Kloster Andechs gehörend) verlief die Entwicklung ähnlich. Die Seefelder Grafen übten Jahrhunderte auch die " Niedergerichtsbarkeit" aus - bis 1848. 1567 gibt sich die " Gemain Ining" erstmals eine eigene Ordnung für landwirtschaftliche Dinge.


Innings Bedeutung lag von jeher in seiner verkehrsgünstigen Lage. Vom 16. Jahrhundert bis Ende des 18. Jahrhunderts war Inning die Zwischen- und Lagerstation an der Salzstraße von München nach Landsberg. So war es nicht verwunderlich, dass 1767 der damalige Inninger Posthalter ein Salzgeschäft im Ort aufmachte und einen neuen Salzstadel errichtete. Wie sehr Inning mit dem Salz verbunden ist, zeigt auch ein Blick auf das Gemeindewappen von 1952, das eine silberne Salzkufe (Fass) mit goldenem Reifen darstellt. Die dazugehörigen beiden Rosen erinnern an die Verbindung mit dem Hause Toerring.

Das imposante Fresko am sogenannten Kaiserhaus neben der Kirche verweist auf die Übernachtung des Kaisers Heinrich II. auf einem seiner Italienzüge, hier am 15.November 1021. Das Gebäude ist übrigens nicht der ursprünglich Salzstadel, hier residierte die Verwaltung der Seefelder Grafen mit dem Gerichtsdiener. Der erste Salzstadel stand westlich dahinter, der neue dort, wo sich heute neben der Reinpoltkapelle an der Friedhofsmauer ein Bauernhaus befindet.

Auch Stegen hatte seine verkehrstechnische Bedeutung. Neben dem Ãœbergang über die Amper ist der Ort erstmals 1611 bis zum Ende des 19. Jahrhunderts immer wieder ein wichtiger Umschlagplatz der Flößer bei deren Holztriften von Ettal nach Dachau.

Aus der Geschichte des Ortes Inning ist noch zu erwähnen, dass 1650 zum ersten Mal hier ein Schulmeister tätig wurde. Stolz sind die Inninger seit jeher auf ihre Posthalterei, die eine der ältesten im Umkreis sein soll. Auch sie erlangte ihre frühzeitige Bedeutung aufgrund ihrer verkehrsgünstigen Lage, auf halber Strecke zwischen München und Schwaben. Das Areal "Zur Post" mit dem Nebengebäude erinnern baulich noch ein wenig an diese Geschichte. Hier stand auch einmal die Inninger Brauerei. Nicht erfolgreich war man mit dem Bemühen, Endstation der Ammerseebahn zu werden.

Neben dem Kaiserhaus steht die alte Pfarrkirche St. Johannes-Baptist. Sie fällt dem Besucher gleich wegen ihres doppelten Zwiebelturms auf. An gleicher Stelle stand bis zum Jahre 1705 eine gotische Taufkirche, die allerdings während des Österreichischen Erbfolgekrieges in Flammen aufging. 60 Jahre später errichteten die Inninger, geplant und weitgehend finanziert vom Pfarrherrn Maximilian von Baar an der Stelle eines Nachfolgebaus ein neues weithin grüßendes Gotteshaus. Baumeister war der kurfürstliche Hofmaurermeister Leonhard Mathias Gießl. Die Deckenfresken mit der Geschichte des Täufers stammen von Christian Wink (1738-1797), der durch seine Arbeiten in der Starnberger St. Josefskirche bekannt geworden ist. Auch Gießl war zuvor in Starnberg tätig. Die Stukkaturen stammen von Tassilo Zöpf aus Wessobrunn, der "geostete" Hochaltar von Xaver Schmädl aus Weilheim, die Muttergottes ist allerdings etwa hundert Jahre jünger. Das Sebastiansbild an der Nordwand ist alles, was von der nach der Säkularisation abgerissenen Stegener Kapelle übrig geblieben ist. 1767 konnten die Bauarbeiten an der Inninger Kirche fertiggestellt werden.
Auch in den übrigen Ortsteilen können weitere Gotteshäuser besichtigt werden. So in Buch die Kapelle Mariä Himmelfahrt bzw. Heilige Dreifaltigkeit. Diese wurde 1742 von den Buchern auf eigene Kosten errichtet.
Das dritte Gotteshaus auf Inninger Gemeindegebiet steht in Schlagenhofen. Es ist offizielle "Filialkirche" und dem heiligen Michael geweiht, der als Skulptur in der Altarmitte im Inneren der Kirche zu sehen ist. Die Kirche ist schriftlich seit 1537 belegt, aber offensichtlich auf deutlich älteren Fundamenten errichtet.

In Arzla wurde vor einigen Jahren in privater Initiative wieder eine Laurentiuskapelle (die alte war 1806 beseitigt worden) gebaut, auch Bachern soll wieder eine Kapelle bekommen.


Das Schlösschen auf der "Mausinsel" im Wörthsee taucht als Bau der Münchner Patrizier Katzmair erstmal 1446 auf, 1772 wird die heutige Anlage von den Toerring errichtet. Integriert war ursprünglich auch eine dem heiligen Georg gewidmete Kapelle.

"Abgegangene Siedlungen" als Folge des Dreißigjährigen Krieges im Gemeindegebiet sind Enzenhofen über dem Durchbruchstal des Inninger Baches westlich der sog. Egk-Villa und Oberndorf. Letzeres war dann über Jahrhunderte Seefelder Schwaige - und ist heute überregional bedeutsames Naherholungsgebiet.

Daten entnommen aus: Robert Volkmann: Geschichte und Geschichten, Inning 1990.
Für die Mithilfe bei der Erstellung der Geschichts-Seite bedanken wir uns herzlich bei Herrn Volkmann.