Montag, 28.09.2015
Drei Wochen Erstunterkunft (2. Runde) für Asylbewerber

Bericht des Helferkreises Asyl

Seit Freitag Abend ist die Inninger Turnhalle wieder voll. Ungefähr 50 Flüchtlinge kamen noch dazu, alle waren nach unseren Informationen erstgescreent und mit dem „white paper“ ausgestattet. Über die genauere Zusammensetzung hinsichtlich der Nation, des Geschlechts und des Alters liegen dem Helferkreis von offizieller Seite noch keine Informationen vor. Auch diese Flüchtlinge wurden vom Helferkreis am selben Tag mit Kleidung versorgt.

Leider konnten nicht alle Flüchtlinge mit geeignetem Schuhwerk ausgestattet werden. So sucht der Helferkreis NUR nach funktionalen, praktischen, Herrenschuhen. Bitte geben Sie diese bis Donnerstag, den 01.10.2015, an der Nachbarschaftshilfe Inning, Enzenhofer Weg 9, ab. Von anderen Kleiderspenden bitten wir Abstand zu nehmen, da wir die gespendeten Kleider nicht lagern können. Unsere dringende Suche (sobald die Erstaufnahme in der Turnhalle –ca. Ende Oktober- vorüber ist, müssen wir die Turnhalle sofort räumen!) nach einer Lagermöglichkeit für Kleidung, Kindersitze, Kinderwagen etc. blieb bis jetzt erfolglos. Wir sind allen Tipps vom letzten großen Helferkreistreffen nachgegangen und haben mit dem Gewerbeverein Inning Kontakt aufgenommen. Unsere Bitte: Wer kann eine Lagerfläche von ca. 15 qm zur Verfügung stellen oder kennt jemanden, der eine solche Lagerfläche hat? Wir bitten um Nachricht an helferkreis.asyl@gmx.de.

Am vergangenen Dienstag bekamen die Asylbewerber ihr Taschengeld. Je nach Familienstand variiert die Höhe des Taschengeldes (Antworten hierzu sowie zu weiteren häufig gestellten Fragen finden Sie im unten angegebenen Link zum Landratsamt Starnberg „Häufige Fragen zum Thema Asyl“ vom 14.7.15).

Die ca. 20 Sprachkurse starteten mit wieder hochmotivierten Helfern.
Sehr großes Entgegenkommen zeigte Frau Infante Alonso, Schulleiterin der Montessori-Schule. Dem Helferkreis steht nun die Turnhalle an drei Tagen für etliche Stunden zur Verfügung. Es ist sehr wichtig, dass der Helferkreis neben dem unerlässlichem Deutschlernen Sport- und Freizeitaktivitäten anbieten kann, um den monotonen Tagesablauf der Flüchtlinge zu durchbrechen, Struktur hineinzubringen, abzulenken und vor allem auch die jungen Männer auszupowern.

Da in der vergangenen Woche durch die Presse ging, dass schon manche Asylbewerber in Deutschland an einer Pilzvergiftung gestorben sind, wurden die entsprechenden Plakate in den verschiedenen Sprachen an der Halle aufgehängt. Darauf soll in der nächsten Woche auch wieder in den Konferenzen eingegangen werden. In diesen wird hauptsächlich die List of Important Rules for asylum seekers besprochen. Letztere fasst die dringlichsten Regeln, wie man sich in der Turnhalle verhalten soll, zusammen (nicht betteln, Müll in die vorgesehenen Behälter werfen, richtiges Benutzen der Toiletten etc.). Die Idee ist, in den Konferenzen diese Regeln auf Englisch zu besprechen. Im Anschluss daran ist es Aufgabe der Flüchtlinge, die Regeln den Flüchtlingen, welche kein Englisch beherrschen, in ihrer Landessprache zu erklären. Letzteres soll auf Listen festgehalten werden.

Da es im EDEKA-Markt wieder immer wieder zu Problemen mit dem Handy und den SIM-Karten gekommen war, wurden Plakate angefertigt, auf denen Jonas Better Place seine Unterstützung beim Installieren anbietet.

Ein Highlight war unbestritten die Ausrichtung des Opferfestes am vergangenen Donnerstag. Und das trug sich wie folgt zu: Eigentlich saß das Leitungsteam am vergangenen Montag Abend zu seinem ersten Treffen mit der Supervisorin Frau Blunck zusammen, da trat Jonas Better Place, das Management der Erstaufnahmestation für Asylbewerber, an den Helferkreis mit einer großen Bitte heran. Die Moslems hatten einen sehr großen Herzenswunsch: Noch in dieser Woche, nämlich am 24.9.15 würden sie gerne ihr Opferfest (Īdu l-Aḍḥā), das höchste islamische Fest, feiern. Die Zeit war knapp, innerhalb von drei Tagen, ein Fest auf die Beine zu stellen. Der Plan des Teams stand schnell fest: Es sollten nicht nur die Moslems, sondern alle Asylbewerber, die momentan in der Turnhalle untergebracht sind, bewirtet werden. Und es hat geklappt! Ein ortsansässiger Indischer Gastronom konnte für die Zubereitung des ersehnten Lammcurrys mit Sahne gewonnen werden. Auch die Hilfsbereitschaft des Helferkreises war wieder überwältigend. Eine Mail genügte, und ein gigantisches Kuchenbuffet wurde zur Verfügung gestellt, welches innerhalb kürzester Zeit aufgegessen war.

 

Viele Helfer standen bereit für die Essensausgabe. Die Tische waren liebevoll mit Efeu und Teelichten geschmückt worden, sodass pünktlich um 20.00 Uhr –nach Ende des schon seit längerem um 19.00 Uhr in der Pfarrkirche St. Johannes Babpist angesetzten Gottesdienstes in englischer Sprache - mit dem Festmahl begonnen werden konnte. Es schmeckte hervorragend. Ein besonderes Highlight war an diesem Tage auch die Verlosung von Taschen, welche von der in Inning ansässigen Firma CODELLO großzügig geschenkt worden waren. Um eine gerechte Verteilung der Geschenke zu gewährleisten durfte jeder Flüchtling ein Los ziehen und „gewann“ dann entweder eine Reisetasche oder einen großzügigen Shopper. Die Flüchtlinge waren tief beglückt über die Gastfreundschaft der Inninger. Das Leitungsteam wiederum zeigte sich sehr beeindruckt über die Flexibilität, Spontaneität und das Engagement des Helferkreises. Jedes Mal muss auf das Neue betont werden, dass das Leitungsteam ohne die zahlreichen Helfer aufgeschmissen wäre. Wir können zwar planen und koordinieren, für die Umsetzung jedoch sind wir auf die vielen Helfer des großen Helferkreises angewiesen. Je mehr Menschen zusammenhelfen, desto besser verteilt sich die Last der großen Aufgabe auf vielen Schultern. Die Stimmung an der Halle war super, und nicht nur die Flüchtlinge haben –zumindest in Gedanken- ein paar Tränen der Rührung verdrückt.

Weitere aktuelle Informationen können Sie der Homepage der Gemeinde unter „Blog Asyl“ oder der Homepage der Nachbarschaftshilfe entnehmen.

Falls Sie den Helferkreis mit Spenden unterstützen wollen, überweisen Sie bitte auf das unten angegebene Konto. Selbstverständlich stellen wir Ihnen eine Spendenquittung aus.

Nachbarschaftshilfe Inning, IBAN DE12 7009 3200 0006 4202 65, Verwendungszweck: "Helferkreis Asyl".

Herzlich bedanken wir uns bei allen zahlreichen ehrenamtlichen Helfer für die großartige Unterstützung.

Falls Sie noch nicht auf der Liste stehen und Lust haben, den Helferkreis Asyl zu unterstützen, schreiben Sie bitte eine E-Mail an helferkreis.asyl@gmx.de.
Wenn möglich, geben Sie in Ihrem Schreiben unter Betreff gleich den Aufgabenbereich an, an dem Sie mitwirken wollen.

  • Gabler Bettina: Verwaltung, Sachspenden, Finanzen
  • Göbber Jutta: Deutschkurse
  • Eisenmann Sabina/ Englberger Manuela/ Kaller, Gabriele: Familien- und Häuserpaten, Behördengänge, Begleitung
  • Dellinger Hans/ Gerhardt Sibylle: Sport, Vereine, Schulen, Kirche und Kultur
  • Vierheilig Dorothee: Juristische Begleitung
  • Wenisch Angelika: Springer
  • Wagatha Anja: Öffentlichkeitsarbeit

Autor: Anja Wagatha