Montag, 03.08.2015
Zwei Wochen Erstunterkunft für Asylbewerber

Bericht des Helferkreises Asyl

Auf 100 ehrenamtliche Helfer ist die Liste des Helferkreises Asyl inzwischen angewachsen. Das tut gut, denn bedingt durch den Sommerurlaub und die Ferien, können nicht alle Helfer aktiv sein.

Vor Ort haben in den verschiedensten Bereichen des Helferkreises inzwischen zahlreiche Personen gewirkt. Etliche weitere Mitbürgerinnen und Mitbürger, darunter auch viele Kinder und Jugendliche, kamen einfach so zur Halle und haben dort mit den Asylbewerbern gespielt oder sich unterhalten.

Die Stimmung unter den Asylbewerbern war im Großen und Ganzen gut. Selbstverständlich wird die Frage nach einer anderen Unterbringung und nach Taschengeld zunehmend wichtiger. Die Auszahlung letzteren soll unseren Informationen zufolge in der bevorstehenden Woche vom Sozialamt, zu welchem die Flüchtlinge mit Bussen transportiert werden, erfolgen. Somit hoffen wir, dass die bisweilen stattgefundene Bettelei nun ein Ende finden wird.

Antworten zur Höhe des Taschengeldes sowie zu weiteren häufig gestellten Fragen finden Sie im unten angegebenen Link zum Landratsamt Starnberg „Häufige Fragen zum Thema Asyl“ vom 14.7.15.

Ebenfalls zunehmend drängend wird verständlicherweise unter den Asylbewerbern die Frage, wie es nun mit ihrem Asylverfahren weitergeht. Die Gruppe „juristische Beratung“ hat mit ihrer Arbeit begonnen und Gespräche geführt. In Auftrag gegeben wurde das Drucken von Infobroschüren für die Asylbewerber.

Falls Sie den Helferkreis mit Spenden unterstützen wollen, überweisen Sie bitte auf das unten angegebene Konto. Selbstverständlich stellen wir Ihnen eine Spendenquittung aus.

Nachbarschaftshilfe Inning •  IBAN12 7009 3200 0006 4202 65 • Verwendungszweck: "Helferkreis Asyl"

Die Aktivitäten des Helferkreises liefen nun alle an. Deutschkurse für die verschiedenen Nationalitäten starteten. Die Spielprogramme mit den Kindern wurden fortgeführt. Zahlreiche Begleitungen bei Arztbesuchen fanden statt. Das WLAN- Angebot wurde dankbar angenommen, um Kontakt mit der Heimat aufzunehmen. Gerne nutzten die Asylsuchenden die bereitgestellten Spiel- und Sportgeräte.

Auch in der vergangenen Woche sammelte der Helferkreis nochmals Kleidung und gab diese aus. Da unter den gesammelten Kleidern viele Markenklamotten waren, laufen nun auch viele Asylbewerber sehr gut gekleidet herum. Ebenfalls war Spielzeug gestiftet worden und konnte an die Kinder verteilt werden. An dieser Stelle soll einmal kurz auf damit verbundene Schwierigkeiten des Helferkreises eingegangen werden. Kleider werden bereitwillig und großzügig verschenkt. Die Zweckmäßigkeit der Kleidung dabei wird offensichtlich nicht von allen bedacht. Überspitzt formuliert: Mit Cocktailkleidchen und Stöckelschuhen können wir den Flüchtlingen das Leben nicht leichter machen. Auch sind bei den Sammlungen so manche unbrauchbare Kleidungsstücke darunter, sodass viele Stunden mit dem Sortieren verbracht werden und unbrauchbare Stücke schließlich wieder entsorgt werden müssen. Der Helferkreis bedankt sich bei allen Spendern. Ohne die großartige Mithilfe der Bevölkerung hätten wir es niemals geschafft, die Asylbewerber mit Wechselkleidung zu versorgen. Das Waschen von Bettwäsche, Handtüchern wie auch privater Wäsche unterliegt dem Management von Jonas Betterplace und lief bereits an.

Als Problem kristallisiert sich die Entsorgung des Mülls heraus. Vor der Turnhalle sind große Müllcontainer aufgestellt, in welche der Müll von den Flüchtlingen (nicht sortiert) weggeworfen werden soll. Diese Container werden benutzt und regelmäßig geleert. Die Asylsuchenden bedienen sich jedoch auch der öffentlichen Mülleimer oder der freien Natur, was verständlicherweise in der Bevölkerung auf Missfallen stößt. Der Helferkreis geht in den Konferenzen und Deutscheinheiten auf dieses Problem ein. Des Weiteren soll an die Flüchtlinge ein Papier mit entsprechenden Verhaltensregeln ausgegeben werden. Außerdem planen wir nun Spaziergänge, auf denen wir gemeinsam mit den Asylbewerbern Müll einsammeln wollen. Falls Sie beobachten, dass Müll einfach so weggeworfen wird, sprechen Sie bitte freundlich, aber bestimmt, mit den Asylbewerbern und erklären Sie, wohin der Müll gehört!

Zu Ihrem Verständnis soll an dieser Stelle noch kurz auf das Thema „Fahrrad“ eingegangen werden. Es ist klar, dass viele Asylbewerber gerne Fahrrad fahren würden. Niemand spricht ihnen das Können ab. Geplant waren auch Workshops zur Reparatur und zum Training. In Absprache mit dem Landratsamt und dem Management der Halle Jonas Betterplace wurde davon jedoch Abstand genommen. Wir wollen solche Aktionen dann durchführen, wenn wir Asylbewerber in dezentralen Unterkünften in Inning aufnehmen werden. Gleichwohl wir wissen, dass auch manche Deutsche nicht haftpflichtversichert sind und dennoch Fahrrad fahren, wollen wir in Angesicht der gefährlichen und für die Flüchtlinge unbekannten Straßensituation, Unfälle und den zwangsläufig daraus resultierenden Ärger vermeiden, und somit die Akzeptanz der Asylbewerber unter der Bevölkerung erhalten.

Nach wie vor ist es sehr erwünscht, dass Erwachsene, Kinder und Jugendliche einfach bei der Halle vorbeikommen, um Kontakte zu knüpfen, sich zusammen zu setzen, zu unterhalten oder zu spielen. Jeder ist hier willkommen. Viele Flüchtlinge freuen sich über den Kontakt.

Der Helferkreis bittet jedoch nach wie vor ausdrücklich darum, von Geschenken an einzelne Asylbewerber Abstand zu nehmen, da eine ungerechte Verteilung rasch zu Streit führen kann, und wir im Zuge der Gleichbehandlung darum bemüht sind, Spenden gerecht zu verteilen. Wer Kleider- Schuh-oder Sachspenden hat, wende sich bitte an die unten angegebene email-Adresse. Wir können jene nicht lagern, sondern müssen sehr spontan und kurzfristig je nach Bedarf sammeln.

Wir bedanken uns bei allen ehrenamtlichen Helfern für die großartige, bisweilen sehr kurzfristig angeforderte Hilfe.

Falls Sie noch nicht auf der Liste stehen und Lust haben, den Helferkreis Asyl zu unterstützen, schreiben Sie bitte eine Email an helferkreis.asyl@gmx.de.

Wenn möglich, geben Sie in Ihrem Schreiben unter Betreff gleich den Aufgabenbereich an, an dem Sie mitwirken wollen.

·         Gabler Bettina: Verwaltung, Sachspenden, Finanzen

·         Göbber, Jutta: Deutschkurse

·         Eisenmann Sabina/ Englberger Manuela/ Kaller, Gabriele: Familien- und Häuserpaten, Behördengänge, Begleitung

·         Dellinger Hans/ Gerhardt Sibylle: Sport, Vereine, Schulen, Kirche und Kultur

·         Vierheilig Dorothee: Juristische Begleitung

·         Wenisch Angelika: Springer

·         Wagatha Anja: Öffentlichkeitsarbeit

 

Autor: Anja Wagatha